Die Eröffnung mit der Preisverleihung findet am 29. Mai um 19 Uhr in der Städtischen Galerie Nordhorn statt. Die Ausstellung wird bis zum 2. August 2026 zu sehen sein.
Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine Einzelausstellung von Franziska Nast, die 2025 mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn ausgezeichnet wurde.
Die Künstlerin verbindet eine Reihe von neuen Arbeiten zusammen mit einer Auswahl von bestehenden Arbeiten und knüpft dabei gedanklich auch an die Geschichte des Ortes der Galerie als einer ehemaligen Produktionsstätte der Nordhorner Textilindustrie an. Ihr „Schicksalssalon“ setzt die Themen Körper, Textil und Raum in ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht. Der Titel verbindet bewusst den historischen Begriff des Modesalons – ein Ort von Mode, Repräsentation und Schaufenstern – mit dem Begriff des Schicksals, hier verstanden als individuelle und kollektive Erfahrung, die Menschen an bestimmten Orten ereilt.
Die Ausstellung lässt sich auch als Einblick in Franziska Nasts künstlerisches Sonnensystem lesen. Ihre überdimensionalen Pullover – darunter die „Serious Universe Sweater“ – sind nur einzelne Planeten innerhalb eines ausufernden Kosmos. Nast baut kontinuierlich an diesem offenen, ausgefransten Raum, in dem Prozesse, Wiederholungen und Überraschungen zentral sind. Die Regeln dieses Systems entstehen im Tun selbst: Es geht ihr um Bewegung, Begegnung, Aneignungen, Transformation, Umlaufbahnen und Verschiebungen, oder anders gesagt, weniger um das abgeschlossene Produkt als um das permanente Werden und den Prozess.
Immer wieder verwendet Nast Techniken auf Untergründen, die nicht für solche Anwendungen vorgesehen sind: Sie arbeitet bevorzugt mit kontrastierenden Materialien wie Haut, Reispapier, Metall oder Asphalt, in die sie zeichnet, tätowiert, perforiert oder sandstrahlt. So fügt sie in die Oberflächen von sowohl gefundenen als auch selbst produzierten Materialien verschiedene Zeichnungen und Texte ein, die in einen Dialog mit den persönlichen und gesellschaftlichen Bedeutungen der Objekte treten. Dabei verknüpft Nast Themen wie Erinnerung, Care-Arbeit und Affekt und legt zugleich Brüche und Überlagerungen ihrer multiplen Rollen als Künstlerin, Betreiberin des Modelabels „Fack Fushion“, Tätowiererin, Buchgestalterin, Mutter und Mitbegründerin des Kunstverein St. Pauli offen.
Nast wurde 1982 geboren und lebt in Hamburg. Sie studierte Bildende Kunst an der HBK Braunschweig und hat im nationalen und internationalen Kontext ausgestellt, darunter 2025 Kunstraum München e.V.; Künstlerinnenhäuser Worpswede; 2024 Kunstverein Wolfsburg; 2023 Arp Museum Bhf Rolandseck; 2021 Kunsthaus Hamburg; 2020/2011 Kunsthalle Wilhelmshaven; 2017 Weserburg, Bremen; 2016 Klingspor Museum, Offenbach a.M.; 2015 Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg.
Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch die Grafschafter Volksbank, den Förderkreis der städtischen Galerie Nordhorn und durch das Land Niedersachsen.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.
Öffnungszeiten Ausstellung:
Di – Fr 14 – 17 Uhr
Sa 14 – 18 Uhr
So 11 – 18 Uhr
Der Eintritt ist frei!
Franziska Nast, „Universe Serious Advanced“, 2022
Foto: Christoph Geiger