Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland noch unzählige regionale Haustierrassen - in der zweiten Hälfte nahm deren Zahl langsam aber sicher stark ab. Übrig blieben einige wenige, dafür umso leistungsfähigere Rassen. Für die Landwirtschaft bedeutete das einen Verlust von überlebenswichtige genetische Ressourcen. Viele alte Haustierrassen verschwanden von der Bildfläche oder gerieten an den Rand des Aussterbens. Heute kann man sie aber an einigen Stellen in der Grafschaft Bentheim wieder beobachten und anschauen und es gibt auch wieder ihre Produkte zu kaufen. [Sehen & Essen]


Buntes Bentheimer Schwein

Buntes Bentheimer Schwein

Eine davon war das Bunte Bentheimer Schwein, das lange Zeit ein beliebter Lieferant hochwertiger Fleisch- und Wurstprodukte. Die Rasse, die in der Grafschaft Bentheim einst entstanden war, geriet Ende der 50er Jahre in die Mühle des sich ändernden Verbraucherverhaltens und –geschmacks. Fettarmes Fleisch war nun angesagt - das konnten die Bunten Bentheimer nicht liefern. Die Zucht wurde Stück für Stück aufgegeben, bis nur noch wenige Dutzend Zuchttiere in Deutschland vorhanden waren. Die meisten davon übrigens über lange Jahre in den Händen eines einzigen Züchters. Ende der neunziger Jahre nahmen einige engagierte Züchter das Heft in die Hand und begannen, sich um die koordinierte Zucht und damit um das Überleben dieser einzigartigen Schweinerasse zu kümmern. All das führte schließlich zur Gründung des „Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V.", die am 1. März 2003 im Tierpark Nordhorn in Anwesenheit von 42 Gründungsmitgliedern vollzogen wurde. Damit wird versucht, die Zukunft der Bunten Bentheimer auf eine sichere Basis zu stellen wie es scheint, ist man da auf einem guten Wege. Mittlerweile gibt es auch schon Züchter außerhalb der Grafschaft Bentheim.

Weitere Informationen zum Bunten Bentheimer Schwein finden Sie [hier].

Bentheimer Landschaf

Bentheimer Landschaf

Das Bentheimer Landschaf ist eine weitere bedrohte Haustierrasse, die sich in der Grafschaft Bentheim vorstellt. Die wolligen Vierbeiner mit dem markant gefleckten Kopf und der Wolle, die fast bis zum Boden reicht. Die alte regionale Schafrasse ist aus der Kreuzung von schlichtwolligem Marschschaf aus der niederländischen Provinz Drenthe mit dem Heideschaf entstanden und ist vorwiegend im westlichen Niedersachsen verbreitet. 2005 erklärte die Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen (GEH) das Bentheimer Landschaf zur "Bedrohten Nutztierrasse des Jahres 2005". Mittlerweile haben Naturschützer und Züchter den Wert der genügsamen, robusten und vorm Aussterben bedrohten Landschaftspfleger wieder entdeckt. Sie können die Bentheimer Landschafe von April bis Juni und von September bis Mitte Oktober bei der Landschaftspflege beobachten und zwar in folgenden Gebieten: Naturschutzgebiet Tillenberge, Naturschutzgebiet "Itterbecker Heide", Naturdenkmal "Spöllberg", Naturdenkmal "Negenberge Gölenkamp", Naturdenkmal "Sövenpölle Getelo" und Naturdenkmal "Brünas Heide".

Kraienköppe

Kraienköppe

Schönheit und Leistung, diese beiden Begriffe treffen in hohem Maße auf die Kraienköppe zu. Jeder naturbegeisterte Mensch wird sich von dem Anblick einer Herde Kraienköppe inmitten grüner Umgebung kaum losreißen können. Der Hahn mit schönem Hengstnacken, stolzer aufrechter Haltung, breiten Schultern, reinem Silberweiß und voller Besichelung. Die Henne mit leuchtender Lachsbrust im Kontrast mit dem silbernen Kopf und der aschgrauen Grundfarbe sowie der feinen Rieselung und Säumung im Mantelgefieder. Eine weiterer Vorteil der Kraienköppe ist ihre Widerstandskraft und die von den Kämpfern geerbte Härte sowie die ausgezeichnete Legeleistung, besonders im Winter. Bei genügend großem Auslauf sind die Kraienköppe ständig auf Futtersuche und tragen dadurch zum Erhalt ihrer Wirtschaftlichkeit bei. Gegen Witterungseinflüsse ist der Kraienkopp ja von Natur aus geschützt, darum sollte man den Tieren soviel Freiheit wie möglich zukommen lassen. Gerade dann entfalten die Tiere ihre Schönheit und danken es dem Züchter oder Halter durch reichen Eiersegen. Die Kraienköppe wurden im deutsch - niederländischen Grenzgebiet erstmals im Jahr 1925 auf deutschen Geflügelschauen gezeigt.  

Fotos: Franz Frieling für Tierpark Nordhorn

 
 
 
Prospekte per Post verschicken
Urlaubsberatung
 
 
 
icon
 
icon
 
icon
Seite merken
 
icon
 
Icon
 
icon
 
icon
 
Bookmark